Die direkte Vorgängerin der aktuellen Virb schnitt gut ab. Die GPS-Funktion sowie Bedienung und auch die Bildqualität überzeugten. Um mit den ganz Großen mitzuspielen, fehlte es jedoch an ein paar Features. Über diese verfügt die neue Virb nun mit ihrem Touchdisplay und der Möglichkeit, in 4K zu filmen. Ob die Virb Ultra 30 somit Bewährtes mit Neuem verknüpft und zur perfekten Actioncam wird, haben wir für euch getestet.
Technische Daten
Thema | Info |
---|---|
Akkulaufzeit | ca. 2 Stunden bei FullHD |
Foto Auflösung | 12 Megapixel |
Gewicht (ohne Gehäuse) | 88 Gramm |
Display / Bedienung / Größe | Ja / Touch / 1,75 Zoll |
max. Auflösung | 4K (UltraHD) |
max. FPS | 240 FPS |
Preis | ca. 370 Euro (Stand 26.12.16) |
Wifi | Ja |
Vom Grunde her setzt die neue Virb auf das Konzept der Vorgängerin. Konkurrenzfähige Videotechnik gepaart mit zusätzlichen Daten via GPS und eigenen bzw. auch externen Sensoren. Preislich sortiert sich die umfangreich ausgestattete Virb Ultra 30 etwas unter der Top-GoPro und scheint so eine attraktive Alternative zu sein. Genaueres könnt ihr in den folgenden Zeilen lesen, viel Spaß dabei!
Erster Eindruck
Entgegen der etwas klobigen Vorgängerin sind Kamera und Gehäuse nun zwei getrennte Einheiten. Die Kamera selbst wirkt mit hochwertigem, griffigem Kunststoff und einer guten Verarbeitung deutlich wertiger als die Hero 4 (5) vom Konkurrenten GoPro. Auch die Bedienelemente (Knöpfe) zeugen von einer guten Materialwahl. Sie funktionieren ohne zu hakeln und wirken sehr definiert, was die Bedienung positiv beeinflusst und erleichtert.
Bei einem ersten Einschalten fallen das sehr helle und hochauflösende Touchdisplay auf. Auch dessen Bedienung überzeugt und liegt fast auf dem Niveau von herkömmlichen Handybildschirmen. Erstaunlich, auch im Gehäuse und mit geschlossenem Heckdeckel lässt sich der Touchscreen einwandfrei bedienen und das selbst mit Handschuhen, bemerkenswert!
Handhabung
Am besten und einfachsten lässt sich die Virb via Touchscreen bedienen. Dies klappt sowohl an der Kamera selbst als auch, wenn sie im Gehäuse ist. Die Knöpfe verwendeten wir während des Testes lediglich zum An- und Ausschalten der Kamera. Die übersichtlich gestalteten Menüs verfügen über erfreulich große Auswahlfelder, was zur Folge hat, dass auch mit Handschuhen noch das ausgewählt wird, was man will. Ist man im 5ten Untermenü kann man sich mehrmaliges zurückgehen sparen, ein langer Drück auf die „Zurücktaste“ genügt.
Weniger unkompliziert war hingegen die Bedienung der Virb via App. Wollten wir ein Video anschauen und zu einem gewissen Punkt im Video springen fror die App unzählige Male ein und musste neugestartet werden, ärgerlich. Auf der Kamera selbst verlief das Schauen des Videos ohne Probleme.
Neben der etwas labilen Wiedergabefunktion der App gab es jedoch keinen weiteren Faux Pas. Die Einstellung der Aufnahmemodi erfolgt einfach und unkompliziert. Auch sonst lassen sich alle Einstellungen wie auch auf der Kamera vornehmen.
Ein großer Vorteil gegenüber vielen Konkurrenten ist in Sachen Handhabung der Schieberegler. Zum Starten einer Aufnahme kann dieser ganz einfach nach vorne und zum Stoppen wieder nach hinten geschoben werden. Der Clou dabei, ist die Kamera aus, schaltet sie sich ein und nimmt auf. Wird das Video nun gestoppt schaltet sich die Kamera auch wieder von selbst aus. Das spart nicht nur das lästige „sag mal, läuft die Kamera“ sondern verhindert im Endeffekt auch eine unnötig lange Stand-By Zeit. Ergo wird hier die Akkulaufzeit effizienter genutzt und es kann länger gefilmt werden.
Sprachsteuerung
Cooles Gimmick – Die Sprachsteuerung. Mit ihr lässt sich die Kamera über gezielte Sprachbefehle Bedienen. Mit „Okay Garmin“ wird die Kamera geweckt und ist bereit für einen Befehl. Nun kann mit z.B. „Start Recording“ eine Aufnahme gestartet werden. In der Praxis hat das System gut funktioniert, erfordert jedoch je lauter der Fahrtwind o.ä. ist, auch einen lauteren Ausruf des Befehls, was gerade in Bikeparks etwas merkwürdig erscheint. Hier bevorzugten wir eher den diskreten Griff zum unkomplizierten Knopf.
Foto und Videoqualität
Rein von den Daten her liegt die Virb Ultra 30 mit 4K und maximal 240FPS auf einem Niveau mit GoPro´s Topmodell der Hero 5 Black Edition. Dementsprechend nahmen wir Aufnahmen der GoPro als Referenz. Im direkten Vergleich unter optimalen Bedingungen stehen die Aufnahmen der Virb dem Konkurrenten eigentlich nicht nach. Wird es jedoch etwas dunkler bzw. trüber am Himmel wirkt das Bild der Garmin im Vergleich nicht mehr ganz so knackig und auch die Detailtreue nimmt stärker ab als bei der GoPro. Vereinfacht gesagt erscheint das Bild der Garmin unter diesen Bedingungen etwas verwaschen.
Beziehen wir zu der eigentlichen Qualität der Videos nun noch die GPS und G-Metrix Daten mit ein, welche die Aufnahmen der Virb ergänzen, wendet sich das Blatt. Der Rückstand zur GoPro schwindet. Wirken die Videos nicht ganz so scharf und knackig, so können sie aber mit Geschwindigkeit, Höhe, Distanz und vielen weiteren interessanten Werten und Daten begeistern. Zu den reinen Werten wie z.B. Höhe und Geschwindigkeit gesellen sich in der hauseigenen Software noch weitere Anzeigen. Diese errechnen unter anderem die Sprungweite, -höhe oder auch -distanz. Ein nettes Gimmick.
Zum Teil etwas problematisch ist, dass zur Erfassung aller Daten die Kamera meist schon eine Weile eingeschaltet sein muss. Resultat hieraus war, dass viele Aufnahmen, die direkt nach dem Starten getätigt wurden, nicht über alle Daten verfügten. Das kann bisweilen etwas ärgerlich sein.
Will man zu den vorliegenden aufgezeichneten Daten der Kamera noch weitere, so können diverse ANT+ Sensoren mit der Kamera verbunden werden. Die Verbindung von Kamera und Sensor funktioniert vollkommen unkompliziert. Sind beide einmal angelernt, verbinden sie sich, sobald der Sensor durch Bewegung o.ä. aktiviert wird. Wir haben in unserem Fall den Tritt- und Herzfrequenzsensor zusätzlich getestet.
Fotos waren und sind nicht die große Stärke von Actioncams, ein paar Ausreißer wie die Activeon mal ausgenommen. Auch die Virb Ultra 30 ändert hieran nichts Grundlegendes. Ist genügend Licht vorhanden, gelingen gute und auch wirklich scharfe Fotos auf dem Niveau des Konkurrenten GoPro. Schwindet die Helligkeit, so ergeht es der Garmin nicht anders als der Konkurrenz. Die Bewegungsunschärfe nimmt immens zu und die Farbenvielfalt um einiges ab.
Fazit
Mit einem etwas günstigeren Preis und beachtlichen maximal Auflösungen macht die Virb Ultra 30 von Garmin dem Platzhirsch GoPro Konkurrenz. Die Kamera wirkt äußerst wertig verarbeitet und überzeugt mit einer wirklich unkomplizierten Bedienung und Handhabung. In puncto Bildqualität kann sie zur GoPro nicht ganz Schritt halten. Bisweilen wirkt das Bild, gerade bei schlechterem Licht, etwas matter als das der Konkurrenz. Doch dank GPS- und G-Sensoren lassen sich die Videos der Garmin mit interessanten Messwerten und Daten spicken.
Somit findet man mit der Garmin Virb Ultra 30 eine etwas preiswerteres, und dennoch gutes Pendant zur GoPro, welches im Gegensatz zur Konkurrenz mit GPS & Co für Videos der anderen Art sorgt. Eine attraktive Alternative!